Neu-Gartenbesitzer: Vermeide diese 14 Fehler

Viele Neu-Gartenbesitzer tendieren dazu den bisherigen Garten erst einmal komplett zu roden. Von neu anzufangen erscheint im ersten Moment einfacher zu sein. Aber: Es gibt nichts schlimmeres als erst einmal alles zu roden. Denn bis Pflanzen eine vernünftige Höhe erreicht haben, dauert es Jahre. Zudem ist es nicht günstig Pflanzen für einen kompletten Garten neu kaufen zu müssen.

Damit Du ganz schnell Deinen Traumgarten hast ohne viel Zeit und Geld zu investieren oder jahrelang warten musst bis die Pflanzen und Bäume gewachsen sind, haben wir für Dich die folgenden Fehler zusammengestellt, die Du auf jeden Fall vermeiden solltest: 

FEHLER Nr. 1

Erst einmal alles roden

Als Neu-Gartenbesitzer erscheint es erst einmal am einfachsten alles zu entfernen. Und einfach neu zu pflanzen, was man viel lieber mag. Aber: Pflanzen sind teuer. Und Pflanzen brauchen sehr viel Zeit um groß zu werden. Alles zu roden ist also eine ganz schlechte Idee, die Dir noch Jahre lang zu schaffen machen wird. 

Ganz abgesehen davon, dass man mit dem Herausreißen aller bisherigen Pflanzen einen enormen Geld-Wert vernichtet. Ein 10-Jahre alter Rosenstrauch würde allein über hunderte Euro kosten, möchte man ihn in dieser Größe kaufen. Zudem muss man zu Beginn einige Pflanzenverluste einkalkulieren. Solange man den Boden, die Lichtverhältnisse etc. noch nicht richtig kennt, kann man nicht genau sagen, welche Pflanze den Garten auch wirklich als neuen Standort akzeptiert. 

 

FEHLER NR. 2

Versuchen gegen die Natur zu arbeiten

Pflanzen, die am richtigen Standort stehen, sind widerstandsfähig gegen Schädlinge, breiten sich schnell aus und benötigen im Sommer nicht permanent Wasser. Pflanzt man eine Pflanze dagegen an einem nicht idealen Standort, wird man nie so richtig Freude an ihr haben. Daher: Gegen die Natur zu arbeiten ist sinnlos. Die Natur wird immer gegen Dich gewinnen. 

Beschäftige Dich daher zunächst mit dem Standort, der Bodenbeschaffenheit, dem Klima und der Sonnenwanderung. Am besten schaust Du in den umliegenden Gärten: Welche Pflanzen wachsen sehr üppig. An welchem Standort stehen diese genau? 

 

FEHLER NR. 3

Pflanzen kaufen ohne die Lichtverhältnisse zu kennen

An welchen Stellen im Garten ist es morgens, mittags, abends sonnig? Wie ist das im Verlauf der Jahreszeiten? Wie ist der Schattenwurf von Bäumen und Sträuchern? Welche Bäume und Sträucher werden noch deutlich wachsen?

Auf jeden Fall zu beachten: Im Sommer steht die Sonne an einer komplett anderen Stelle als im Frühjahr. Und Bäume die keine Blätter haben, werfen kaum Schatten. Auch das darf man beim Begutachten von Lichtverhältnissen im Winter und Frühjahr nicht vergessen. Ansonsten kann es passieren, dass man eine Pflanze im Frühjahr an einem vermeintlich sonnigen Standpunkt pflanzt, der im Sommer aber plötzlich am Vollschatten liegt.

 

FEHLER NR. 4

Pflanzen kaufen ohne die Bodenbeschaffenheit zu kennen

An welchen Stellen ist die Erde ein paar Stunden nach einem Regenguss immer noch feucht, wo ist sie richtig nass und wo ist der Boden so trocken als hätte es nie geregnet? Dies sagt etwas über die Bodendurchlässigkeit aus. Manche Pflanzen wie beispielsweise Hortensien lieben einen eher feuchten Boden. Pflanzt man diese an einem Standort mit durchlässiger Erde, werden sie schnell ganz eingehen oder nur mit viel Wasser am Leben gehalten werden können. 

Wichtig ist zudem der PH-Wert des Bodens. Manche Pflanzen mögen lieber einen sauren, andere einen alkalischen Boden. Testen kann man dies mit einem entsprechenden Boden-PH-Test. 

 

FEHLER NR. 5

Pflanzen kaufen ohne das Pflanzenwachstum einzukalkulieren

Je mehr Platz Pflanzen haben, umso schneller wachsen sie. Sie müssen nicht mit anderen Pflanzen um Nährstoffe kämpfen. Bei jeder Pflanze ist angegeben, welchen Abstand man zur nächsten Pflanze einplanen sollte. Hieran sollte man sich auf jeden Fall halten. Denn dies steht dafür wie weit die Wurzeln reichen werden und sich damit ggfs. gegenseitig Konkurrenz machen. 

 

FEHLER NR. 6

Alles erst einmal mulchen

Unkraut jäten macht keinen Spaß. Aber alles deshalb zu mulchen? Das wird einigen der Pflanzen ganz und gar nicht gefallen. Mulch führt dazu, dass das Wasser weniger schnell verdunstet und die Erde somit feuchter bleibt. Zudem wird sie so sehr nährstoffreich. Im Prinzip stellt man eine Art Waldboden damit nach. Einige Pflanzen lieben genau das. Andere dagegen werden damit überhaupt nicht klar kommen und ggfs. sehr schnell eingehen. 

 

FEHLER NR. 7

Kompromisse eingehen aufgrund des Preises

Insbesondere, wenn man "Regel 1 - Niemals alles roden" missachtet, passiert es schnell, dass man aufgrund der Preise auf günstige Pflanzen ausweicht. Einen Garten komplett neu zu bepflanzen kostet mindestens mehrere hundert Euro. Pflanze niemals Kompromisse, sondern spare notfalls lieber auf Deine Wunschpflanze, wünsche sie Dir zum Geburtstag oder ähnliches.  Einen Garten kann man nicht mal eben neu einrichten wie ein Wohnzimmer. Pflanzen brauchen Zeit zum Wachsen. Also setze von Anfang an auf die richtigen. 

 

FEHLER NR. 8

Den Winter vergessen

Ganz wichtig: Sind Pflanzen frostempfindlich? Falls ja: Solltest Du diese nicht kaufen. Sie werden maximal einen Winter mit viel Glück überstehen, falls dieser überdurchschnittlich warm ist und die Temperaturen nicht unter 0 Grad fallen. 

 

FEHLER NR. 9

Einjährige Pflanzen kaufen

Gerade in den Supermärkten werden sehr häufig Pflanzen verkauft, die genau bis zum Winter halten und dann eingehen und nicht wiederkommen. Dieses Geld kannst Du Dir sparen. Kaufe lieber mehrjährige Pflanzen. Gerade Stauden sind sehr dankbar. Am richtigen Standort vermehren sie sich schnell, so dass man sie auch schnell teilen und aus einer Pflanze damit mehrere gewinnen kann. 

 

FEHLER NR. 10

Pflanzen rausreißen, da sie vermeintlich kaputt sind

Viele Pflanzen ziehen nach der Blüte ein. Z.B. Narzissen oder Tulpen. Nachdem sie geblüht haben, steht noch eine Zeit lang das Grün, dann werden sie plötzlich gelb und sehen kaputt aus. Sie sind aber nicht kaputt, sondern sammeln für die meisten Monate im Jahr ihre Kraft in der Zwiebel und sind oberirdisch nicht zu sehen. Auch im Herbst ziehen viele Stauden ein. D.h. sie sterben oberirisch ab um im Frühjahr dann wieder neu auszutreiben. Die Knolle verbleibt damit im Boden. 

Pflanzen sind zudem extrem widerstandsfähig. Selbst wenn sie im Sommer vertrocknet zu sein scheinen - sie erholen sich meistens wieder. Sie können sich teilweise auch aus ausschließlich Wurzelteilen wieder neu bilden. 

 

FEHLER NR. 11

Den Garten im Winter komplett umgraben

Im Winter sieht der Garten immer leer aus. Dies liegt daran, dass viele Stauden und Zwiebelpflanzen oberirisch absterben. Die Knollen und Zwiebeln sind aber nach wie vor in der Erde. Gräbt man nun im Winter de Garten komplett um, vernichtet man damit ggfs. ganz viele Pflanzen. Sind sie plötzlich zu tief in der Erde werden sie z.B. nicht mehr austreiben. 

 

FEHLER NR. 12

Annehmen, da wächst nichts

Jede Pflanze hat genau ihre Zeit, zu der sie wächst. Beispiel Tulpen: Sie wachsen im März, April, Mai und sind danach nicht mehr zu sehen. Das gleiche gilt für ganz viele andere Pflanzen. Nur weil Du an einer Stelle zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Pflanze siehst oder nur eine ganz kleine, heißt das nicht, dass hier auch wirklich nichts wächst. Beobachte Deinen Garten besser ein Jahr - wo wächst zu welchem Zeitpunkt was. Und notiere Dir dies.

 

FEHLER NR. 13

PFLANZEN FÜR UNKRAUT HALTEN

Warte am besten bis eine Pflanze blüht bis Du entscheidest sie herauszureißen. Viele wunderschön blühende Pflanzen sehen zunächst ganz unscheinbar aus. Zudem ähneln sich viele Blätter. Nur weil eine Blatt so ähnlich aussieht wie das eines Unkrauts, heißt dies nicht, dass es das auch ist. 

 

FEHLER NR. 14

DIREKT LOSLEGEN

Nimm Dir 12 Monate lang Zeit den Garten zu beobachten. Du wirst sehen, dass er sich permanent verändert und plötzlich Pflanzen zum Vorschein kommen, die Du vorher nicht gesehen hattest. Teile Dir auf einem Blatt den Garten grob ein und notiere Dir die Pflanzen. Mache Dir am besten auch immer wieder Fotos. Nach einem Jahr hast Du dann einen guten Überblick: Welche Pflanzen hast Du. Wann wächst wo was. Welche Pflanzen magst Du gerne? 

Erst nach der Bestandsaufnahme solltest Du planen, was Du machst. 

 

Bei diesen ganzen Punkten: Regel Nr. 1 ist am wichtigsten: Einen Garten komplett zu roden kostet unglaublich viel Zeit und Geld. Mache das bitte nicht. Pflanzen haben einen Wert, das vergisst man schnell. Nicht nur, dass Du vielen Tieren den Lebensraum direkt nimmst - Du vernichtest damit auch einfach bares Geld. 

Und bei allem: Nähere Dich langsam an den Garten an. Lass der Natur Zeit mit Dir Bekanntschaft zu machen. Was passiert in Deinem Garten? Nisten Vögel? Kommen Eichhörnchen, die eine ganz bestimmte Laufroute über Deine Bäume haben? Wohnt in einer Ecke ein Igel? Entdecke den Garten und beginne ihn zu fühlen. Und prüfe, was Du am Garten liebst. Bist Du lieber im Schatten, lieber in der Sonne? Schätzt Du es Schnittblumen zu schneiden? Gießt Du im Sommer möglicherweise sehr ungern? All diese Punkte sind relevant um den Garten nach Deinen Bedürfnissen zu einem kleinen Paradies werden zu lassen.